Kontrolle ist gut, Vertrauen ist besser

Kein Wunder – wenn man alles selber macht
oder die Angst vor dem Kontrollverlust

Wie wäre es mit
‚Kontrolle ist gut, Vertrauen ist besser’?

Ich lade dich heute wieder ein, mit mir die Nase in die
‚SchubladenKommode der Möglichkeiten’ zu stecken.

STÖBERN, AUSMISTEN und KREIEREN.

Los geht’s.

„Ich wusste es! Wenn man nicht alles selber macht!
Gut, dass ich das nochmal kontrolliert habe.“

Wie oft hast du das schon laut gesagt oder für dich gedacht?
Und wie hat es dann in dir ausgesehen bzw. sich angefühlt?

Wut? Enttäuschung?
„Super, wusste ich’s doch! Bleibt ja wieder alles an mir hängen – wie immer!“

Ganz zu schweigen von dem Stress, der plötzlich mit dir Nachlaufen spielt. Genau deshalb hattest du es ja abgegeben, damit es erledigt wird und du dich anderen Dingen widmen kannst. Und jetzt hast du wieder doppelten und dreifachen Stress.

Gut, dass du es kontrolliert hast.

Manche Dinge weiß man einfach

Da gibt es nichts zu diskutieren, man hat ja schließlich schon Erfahrungen gesammelt – und zwar mehr als einmal.

Es gibt da z. B. diese Vereinbarung mit den Kindern: „Erst Hausaufgaben, dann spielen“.
Geht es nun, dass sie einfach so hinauslaufen dürfen, ohne dir vorher die fertigen Aufgaben zu präsentieren?
„Mit schlechten Noten kommt man ja nicht weit.“

Wie sieht es beim Bloggen aus? Einfach mal hinsetzen, runterschreiben und raus damit?
Hm, ist das wirklich so okay, bloß keinen Tippi machen. Kann ich das so einfach sagen? Oder vielleicht doch lieber ein anderes Thema, lieber mal schauen, worüber die anderen gerade so schreiben.“

Oder dein Partner ‚darf’ die Bäder putzen.
„Ach ja, das Bad. Ehrlich? Warum braucht man denn bitte dafür so lange, wenn die Wände in den Ecken danach immer noch voller Wassertropfen sind?!“

Und dann gibt es natürlich all das, was man einfach nicht abgeben kann, wenn es gut werden soll. Ist doch klar, denn „wenn ich dem anderen erst alles erklären muss, dann kann ich es auch direkt selber machen. Ist doch so.“

Klar, denn du weißt genau, wie es geht. Du allein hast den Plan, wie es gemacht wird. Du hast die Fähigkeiten und nur du weißt, wie das perfekte Ergebnis auszusehen hat. Außerdem heißt ja nicht umsonst …

Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser!

Was wäre, wenn es ganz anders wäre?

Wenn du den Satz „Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser“ noch niemals zuvor gehört hättest? Wenn du gar nicht wüsstest, was Kontrolle eigentlich bedeutet und wie man sie ausübt? Weil dir kein Mensch jemals Kontrollverhalten vorgelebt oder beigebracht hätte.

Okay, hört sich für dich jetzt merkwürdig an? Aber hier meine Einladung – mach doch einfach mal mit. Ist ja nur ein ‚Spiel’.

Frage dich,

„wie wäre mein Leben ohne Kontrolle?


Wie würde ich dann agieren?

Was wäre anders?

Und wie würde es sich anfühlen?“

Also los.

Da du ja nun null und nichts von und über Kontrolle weißt, bist du stattdessen im Vertrauen. Alle deine bisherigen Annahmen, Überzeugungen, Erfahrungen und ‚Wissen über’ gibt es nicht.

Du bist absolut neu auf diesem Planeten und glaubst dem, was du bzw. der andere sagt, weil du einfach davon ausgehst, dass dies auch so passiert. Du bist im Vertrauen, heißt, du traust dich und ver-traust dem, was kommt.

Bleiben wir bei den Beispielen von oben. Könnte es so sein …

Du triffst mit deinen Kindern eine Absprache und weißt, dass es genauso läuft. Ihr habt bereits über Wünsche für die berufliche Zukunft gesprochen und sie haben Ziele und Träume, die sie erreichen möchten. Daher weißt du, sie geben jeden Tag ihr Bestes, damit sie nicht nur schnell ihre Freizeit genießen können, sondern auch eine gute Grundlage für ihr Leben schaffen. Wissen sie nicht weiter, bitten sie dich um Hilfe. Denn dein vorgelebtes Vertrauen ist für sie ein Vorbild, dem sie nacheifern.
„Wie fühlt sich das gerade an?“

Kommen wir nun zu dir. Du selbst nimmst dir etwas vor und tust es einfach. Weil du weißt, dass du es kannst. Anfangen, machen und fertig.
„Uiii, das geht aber schnell und es schafft Ergebnisse. Und du hast viel mehr Zeit zur Verfügung. Zeit für andere Projekte, Zeit für Neues, Zeit für dich.“

Arbeiten, die ein anderer übernimmt, bedeuten ebenfalls Zeit, die du selbst nutzen kannst. Und wenn du im Vorfeld auf etwas besonders Wert legst, dann besprichst du es mit deinem Gegenüber. Entscheidend ist, dass ihr beide wisst, wie gut es sich anfühlt, wenn etwas im Einklang ist und man aufeinander vertrauen kann. Und wenn der andere eine andere Art der Umsetzung hat, egal, ist ja seins –Hauptsache, es gibt ein Ergebnis.

„Jaaa, aber das ist ja nicht so!“, höre ich jetzt.

Hm, aber warum ist es denn nicht so?

Die Angst vor dem Kontrollverlust

Ja klar ist es nicht so. Denn wenn du in der Kontrolle lebst und dein Leben mehrheitlich genau darauf ausgerichtet hast, genau dann wird es sehr laut in dir.
„Das geht so nicht. Das ist ja total anders. Lächerlich, was soll das denn?!“

Okay, hier meine Meinung, offen und frei heraus.

Vorab: Ich spreche nicht über die Kontrolle der Seile beim Fallschirmspringen oder ähnliches.

Kontrolle ist nicht existenziell. Sie ist für unser Überleben in den allermeisten Fällen nicht erforderlich.

Vielmehr belastet sie uns und unser Leben, bringt uns aus einer getragenen Schwingung von ‚Sicherheit’, und sorgt für Misstrauen, Unsicherheit und unzählige Ängste.

Außerdem bindet sie Zeit und Energie, die wir für andere Projekte oder uns selbst sinnvoller nutzen könnten. Oftmals zerstört sie Beziehungen und deren Möglichkeit, in Harmonie und Gleichklang agieren zu können.

Jetzt ist es raus und entscheide du, ob und wie du mitschwingst.

Und?

Du bist noch dabei?
Danke, dann weiter …

Doch woher kommt dieses System der Kontrolle?

Mag es daran liegen, dass du irgendwann deinen Vorbildern ‚abgekauft’ hast, dass man besser nicht vertrauen sollte, um Schaden abzuwenden. Wer vertraut, wird enttäuscht.

Und weil du gelernt hast, dass es nur so ‚funktioniert’ lebst du unbewusst dieses Kontrollverhalten ‚normal’ aus. Zu vertrauen hast du verlernt.

Oder wenn doch, dann aber nur in ganz besonderen Momenten, Situationen oder bei wenigen auserwählten Menschen. Und wehe, da passiert doch was. Dann wird die Sammlung von Enttäuschungen wie „Hab ich doch gewusst!“ größer und sorgt dafür, dass du wieder weniger vertraust.

Du bist es also gewohnt und hast dein Leben übergreifend auf Kontrolle ausgerichtet. Auch bei Dingen, die vielleicht besser auf Vertrauen basieren sollten. Die durch Vertrauen erst so richtig in Schwung kommen und somit auch ‚Wundern’ einen Raum bieten.

Kein Wunder – wenn man alles selber macht

  • Was, wenn du nicht gelernt hättet, dass man besser alles selber macht, wenn’s gut sein soll’?
  • Was, wenn du den Impuls der Kontrolle gar nicht in dir spürst, weil du ihn nie kennengelernt hast?
  • Was, wenn du voll im Vertrauen bist und dich einfach nur aufs Ergebnis freust?

Wie viel mehr kannst du sein ohne Kontrolle?

  • Was, wenn du erlauben würdest, dass etwas ungeplant und unkontrolliert entstehen darf?
  • Was, wenn du einfach im Vertrauen bist, dass alles gut wird und ist?
  • Was, wenn du genau das vorlebst und andere Menschen Gefallen daran finden und es dir nachmachen?
  • Was, wenn du damit ‚Wundern’ einen Raum gibst, die vorher nicht hätten passieren können.

Wieso Wunder?

Wenn du genau weißt, wie es sein muss und aussehen soll, kann hinten auch nichts anderes herauskommen. Es fehlt schlicht der „unkontrollierte Raum“, den Wunder brauchen.

Beispiel aus meinem Leben
Ich hatte das Glück einem Menschen zu begegnen, der gerne reiste und sehr spontan mit der Umsetzung war. Da dieser Mensch aber nicht allein reisen wollte, war er stets auf der Suche nach Begleitung. Und dann war es so, dass ich erst am Mittwochabend die Anfrage bekam, ob ich den Kurztrip von Freitagmittag bis Sonntagabend mitmachen wollte. Ups, das war für mich heftig wenig Vorlauf und passte so gar nicht in mein „ich muss alles unter Kontrolle haben-System“.
Muss ja alles gut vorbereitet sein: passende Klamotten für die angekündigten grandiosen Events zusammenpacken, der Chef muss sein okay und mir freigeben und meine Arbeit von Kollegen übernommen werden. Normalerweise ein Unding in der kurzen Zeit.
Doch da die Verlockungen der Reise meist so groß waren, wollte ich unbedingt mit. Also hab ich mein System von „das geht doch nicht so schnell“ über Bord geworfen und im totalen Vertrauen die Liste abgearbeitet. Chef, Kollegen, Klamotten. Ich war einfach so sehr im Vertrauen, dass es immer geklappt hat.

Kaum war diese erste Hürde genommen, ging es so richtig ans „vertrauen müssen“.

Denn mein Reisemensch war ein liebenswerter Chaot, der schon mal die Zeit oder die Eintrittskarten vergaß. Mehr als einmal fiel so für uns das geplante Event aus. Aber er war ein Meister der spontanen Alternativen und diese waren meist sogar noch besser als die ursprüngliche Planung. Diese Kurztrips werde ich niemals vergessen und waren mein Lehrmeister für

Null Kontrolle, viel Vertrauen.

Welche Wunder könnten zu dir kommen, wenn du im Vertrauen wärst?

Lass die Frage einen Moment wirken.

Und wie soll das gehen – mit dem Vertrauen?

Ganz einfach, indem du dich dafür entscheidest. So wie mit rauchen aufhören, eine OP machen lassen, ins Flugzeug steigen, ein Kind bekommen.

Du triffst die Wahl und nimmst dann freudig entgegen, was zu dir kommt.
Probiere es spielerisch aus – so wie ich mit meinen Kurztrips. Dann wirst auch du neue Ergebnisse erhalten und Wunder erleben, die in deinem bisherigen Kontroll-System nicht zu dir kommen konnten.

„Ja, aber das geht doch nicht so einfach!“

Ach so? Woher weißt du das? Hast du es jemals konsequent ausprobiert? Oder ist auch dies nur eine von diesen ‚Wahrheiten’, die du irgendjemand ‚abgekauft’ hast?

Wer könntest du sein, wenn du im Vertrauen wärst?

Wie anders würde dein Leben sein, wenn du vertrauen könntest?

Welche Wunder könnten zu dir kommen, wenn du darauf vertrauen würdest?

Solltest du merken, dass du allein nicht so recht in dein Vertrauen kommst, helfe ich dir, dich von deinem Kontroll-System zu verabschieden, damit die Wunder des Vertrauens auch dich beglücken.

Namasté,
Claudia